
Einsparungen von 10,8 Millionen im Hürther Haushalt möglich
Berater stellen ihre Ergebnisse vor
61 Maßnahmen arbeitete die Firma Rödl und Partner aus, um die Finanzen der Stadt Hürth zu verbessern. Ein Teil der Maßnahmen bedeuten höhere Beiträge, senken von Vergünstigungen oder verringerter Service für die Bürger. Ein anderer Teil zielt auf eine effizientere Verwaltung ab. Dabei sollen nicht nur Stellen abgebaut, sondern auch an anderer Stelle neue Mitarbeiter eingestellt werden. Zudem führen die Vorschläge zu einer langfristig besseren Situation des Haushalts.
Einige Vorschläge spüren die Bürger direkt am eigenen Geldbeutel:
- Parken in bestimmten Orten gegen Entgelt
- Rabatt für Geschwisterkinder teilweise abschaffen
- Gebühren für Hausnummern
- Höheres Entgelt für Musikschule und Stadtbücherei
Andere Maßnahmen belasten den Geldbeutel der Bürger mittelbar:
- Honorarkräfte in der Musikschule einstellen
- Kontrollen durch das Bauordnungsamt steigern
- Gruppe der Berechtigten für den Hürth Pass kontrollieren
- städtischen Zuschuss für die Betreuung von Kindern über die Mittagszeit reduzieren
Weiter nannten die Berater Vorschläge für eine effizientere Verwaltung
- Controlling im Jugendamt erweitern
- Zusätzliche Stellen im Amt für Planung, um mehr Aufgaben selbst zu erledigen
- zentrale Stelle für die Vergabe von Aufträge schaffen
- Digitalisierung in der Verwaltung ausbauen
Auch die Politik erfuhr in dieser Sitzung zum ersten Mal von den gesamten Ergebnissen der Untersuchung der Firma Rödl und Partner. Anschließend gab es spontane Reaktionen zur Musikschule. Jedoch waren diese sehr unterschiedlich. Dabei möchte die SPD keine Kräfte auf Basis eines Honorars, anstelle der angestellten Mitarbeitern an der Musikschule, beschäftigen. Dagegen meinte Herr Rüdiger Winkler (CDU), dass auch „unsere Musikschule sich den privatwirtschaftlichen Gegebenheiten anpassen“ muss. Einig waren sich CDU und SPD, dass der Rabatt für Geschwisterkinder erhalten bleiben sollte. Stephan Renner (SPD) forderte dass außer den Maßnahmen der Firma Rödl und Partner auch deren Erklärungen hierzu der Politik zur Verfügung gestellt werden soll. Friedericke Seydel (Grüne) fand den „Vortrag sehr eindrucksvoll“ und ermahnte die SPD-Fraktion „nicht auf die Bremse zu treten.“
Die Stadt kostete die Untersuchung 50000 Euro und geht auf einen Antrag von CDU und Grünen zurück. Einen weiteren Termin für Fragen der Politik an die Berater gibt es nicht, da das Budget aufgebraucht ist und kein Geld in den Haushalt 2017 eingestellt ist.