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Hürth diskutiert den Leerstand im Einkaufszentrum

von Saleh Mati am 1. Juli 2026

Gehen Wahrnehmung und Wirklichkeit im Hürth Park auseinander?

Bürgermeister Dirk Breuer hat Fragen zum Bericht der Wirtschaftsförderung im Hauptausschuss beantwortet. Margit Reisewitz von der SPD hakte nach. Sie wollte wissen, ob die Stadt Hürth mit dem Einkaufszentrum in Kontakt steht und Einfluss auf den Leerstand hat. Ihre Frage griff ein Thema auf, das viele Menschen in Hürth bewegt.

Bürgermeister Dirk Breuer antwortete direkt. Er stellte klar, dass „die Ansiedlung selber nicht über das Center Management läuft, sondern über den Center Betreiber“. In der Öffentlichkeit rücke das Thema Leerstand oft in den Vordergrund, doch „das Problem relativiert sich ein wenig“. Breuer verwies auf Neuansiedlungen wie dem Bekleidungs-und Schuhgeschäft SNIPES. Dabei bezeichnet er SNIPES als eine „attraktive Ansiedlung“. Solche Geschäfte könnten weitere Unternehmen anziehen. Außerdem erinnerte er daran, dass der Hürth Park „unter die Top 20 in Deutschland gerankt wurde“.

Ein Vergleich, der für Diskussion sorgt

Im Saal wurde es bei diesem Satz lauter. Doch Breuer verteidigte diesen Punkt. Der Vergleich sei wertvoll, sagte er, da „man selber nicht genug Innenstädte und Zentren besichtigt“. Er führte aus, dass Hürth froh sein könne, „dass es diesen Besatz überhaupt noch gibt“. Als Beispiel nannte er Bergheim: „Da ist ja fast nix mehr.“ Der stationäre Einzelhandel stehe bundesweit unter Druck. Breuer appellierte, das eigene Einkaufsverhalten zu hinterfragen. Die Entwicklungen im Handel „gehen an den dicken Betonmauern des Hürth Parks nicht drum rum“. Deshalb könne man froh sein über den Bestand, „der noch da ist“. Ohne den Hürth Park hätte die Stadt „gar kein Angebot in dieser Richtung mehr“, wie es in anderen Mittelstädten der Fall sei. Er verwies auf Wesseling und Erftstadt. Auch in Brühl sei es „außer Gastronomie dünn geworden“. Das Center Management halte mit seinen Verträgen ein Angebot vor, das sonst fehlen würde.

der Hürth Park bietet ein breites Angebot an verschiedenen Läden

Reisewitz hakte nach. Sie wollte wissen, ob die Stadt mit ihren Kontakten Einfluss habe. Breuer antwortete deutlich: Die Stadt Hürth habe „national und europaweit im Einzelhandelswelt deutlich schlechtere Kontakte als das Center Management“ und sei dafür „nicht ausreichend aufgestellt“. Die Stadt betreibe kein Leerstandsmanagement für das Einkaufszentrum. Dafür fehle der Verwaltung die Kompetenz.

Zwischen Wahrnehmung und Bewertung

Die Aussagen des Bürgermeisters zeichnen ein Bild, das ein Teil der Hürtherinnen und Hürther anders sehen. Dass der Hürth Park zu den Top 20 Einkaufszentren in Deutschland gehört, mag auf einem Ranking beruhen. Doch dieses Ranking so stark zu betonen und die öffentliche Wahrnehmung zu relativieren, wirkt gewagt. Gleichzeitig sind die Fragen von Reisewitz berechtigt. Sie spiegeln die Anliegen der Menschen in der Stadt. Von der Verwaltung zu erwarten, dass sie Leerstände beseitigt, wäre jedoch ebenso gewagt. Das Leerstandsmanagement liegt beim Betreiber, nicht bei der Stadt.

Am Ende bleibt ein Thema, das weitergehen wird. Sie dreht sich um die Zukunft des Handels, die Rolle des Hürth Parks und eine weitere Frage. Brauchen wir ein großes Einkaufszentrum im Herzen unserer Stadt, wenn immer weniger Menschen im Laden kaufen?

Über Saleh Mati

Saleh Mati, geb. 1966 in Köln. Seit 1966 wohnhaft in Hürth. Mitglied im Stadtrat seit 2004 Alle Einträge von Saleh Mati

Kommentare

  1. Danke für Ihren Kommentar. Bürgermeister Dirk Breuer ist im Gespräch mit den Verantwortlichen. Doch sind seine Möglichkeiten begrenzt. Die Verwaltung kann planerische Vorgaben für das Gebiet erstellen. Die Politik muss anschließend die Ideen beschließen.

  2. Die städteplanerische Frage bleibt jedoch bei der Stadt, denn die Veränderung des Einkaufsverhaltens ist da. Was passiert z.B. mit dem leerstehenden Gebäude von INNATURA Massiv – Holzmöbel an der Luxemburger Straße?

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