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Investitionskostenzuschüsse für Hürther Vereine

von Saleh Mati am 22. August 2026

Ein gutes Instrument braucht mehr Luft nach oben

In Hürth fließt wieder Geld in Sportanlagen, die nicht der Stadt gehören. Der Stadtrat beschloss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig, 20 000 Euro aus der Sportpauschale an fünf Vereine zu vergeben. Davon profitieren der Gleuel‑Knapsacker Sport Club Hürth 1923/26, die Hürther Rudergesellschaft, der Efferener Ballspiel‑Club 1920, der BC Hürth‑Stotzheim 1948 und der Fußballclub Berrenrath 2015. Die aktuelle Beschlussvorlage 191/2026 listet die Zuschüsse präzise auf und zeigt: Der Ansatz ist komplett ausgeschöpft.

Wie aus einem umstrittenen Antrag ein Erfolgsmodell wurde

Die heutige Praxis hat ihren Ursprung im Jahr 2015. Damals beantragten CDU und Grüne, einen Teil der Sportpauschale für Vereine zu öffnen, die eigene Anlagen betreiben. Dabei heißt es in der Vorlage 404/2015 wörtlich: „Ein Anteil von maximal 20.000 € (max. 12,5 %) aus der Sportpauschale des Landes wird für die Investitionen in Sportanlagen, die sich nicht im städtischen Eigentum befinden, zur Verfügung gestellt.“

Im Ausschuss für Kultur, Sport und Bäder diskutierten die Mitglieder diesen Schritt kontrovers. Die SPD warnte vor Mehrbelastung des Haushalts, wenn für städtische Anlagen später Geld fehlt. Dazu hält die Niederschrift vom 22.04.2015 fest, dass die SPD‑Fraktion die Empfehlung aus Gründen der Haushaltskonsolidierung ablehnte. Dagegen befürworteten CDU, Grüne, Freie Wähler und FDP die Förderung der Vereine. Die FDP brachte einen separaten Haushaltsansatz ins Spiel.

Heute wirkt diese Debatte weit weg. Die Investitionskostenzuschüsse sind in den Sportförderrichtlinien verankert, die Vorlage 575/2015 setzte die neue Linie um. Die Beschlüsse fallen inzwischen ohne Diskussion einstimmig, wie jetzt im Stadtrat. Das spricht dafür, dass der damalige Antrag von Dirk Breuer als CDU‑Fraktionsvorsitzendem und Frank Rock als Sprecher im Sportausschuss ein Erfolg war. Beide haben später den Schritt in höhere Ämter geschafft, Breuer als Bürgermeister, Rock als Landrat. Kommunalpolitik kann also sichtbar Spuren hinterlassen, in der Stadt und im eigenen Lebensweg.

Erfolg mit Ansage, aber ohne Anpassung

Die aktuelle Vergabe zeigt, wie breit das Instrument wirkt: Tore für die Jugendabteilung, Trennvorhänge für sichere Trainingsbedingungen, moderne Computer für die Vereinsarbeit, eine erneuerte Heizung und Sanitäranlagen im Vereinsheim, eine Bodenplatte für den Neubau in Berrenrath. Die Beschlussvorlage 191/2026 betont, dass alle Maßnahmen den Sportbetrieb sichern und weiterentwickeln.

Kritisch bleibt jedoch: Seit 2015 liegt der Ansatz unverändert bei 20 000 Euro. Preise steigen, Baukosten explodieren, ehrenamtliche Arbeit bleibt unbezahlbar wertvoll. Wer die Idee von damals ernst nimmt, sollte heute über eine Verdoppelung nachdenken. 40 000 Euro würden die Inflation der letzten elf Jahre zumindest grob abbilden und den Vereinen mehr Spielraum geben. Die Menschen, die in Hürth Woche für Woche auf dem Platz, im Boot oder in der Halle stehen, haben diese Unterstützung verdient.

Fazit

Die Investitionskostenzuschüsse sind ein gelungenes Instrument für Hürther Vereine. Sie stärken Engagement vor Ort, sie zeigen, dass ein mutiger Antrag aus dem Jahr 2015 bis heute wirkt. Nach elf Jahren wäre es konsequent, den Ansatz zu erhöhen. Kommunalpolitik lohnt sich. Die Stadt, die Vereine und die Menschen, die Verantwortung tragen, brauchen eine starke Kommunalpolitik.

Über Saleh Mati

Saleh Mati, geb. 1966 in Köln. Seit 1966 wohnhaft in Hürth. Mitglied im Stadtrat seit 2004 Alle Einträge von Saleh Mati

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