Lebensader Lux als Chance für Hürth

von Saleh Mati am 30. August 2026

ein Kommentar von Saleh Mati

Die Lebensader Lux ist eines der größten städtebaulichen Projekte in Hürth. Sie steht für eine Vision, die unsere Stadt stärker prägt als viele Maßnahmen der vergangenen Jahre. Die neue Gestaltung der Luxemburger Straße, mehr Grün, bessere Wege für Fahrräder und ein moderner öffentlicher Raum zeigen, dass Hürth mutig in die Zukunft blickt. Dieses Projekt ist eine Chance. Doch jede Chance bringt Risiken mit, die wir offen ansprechen müssen, damit wir sie verringern.

Die Verwaltung hat Fördergelder eingeworben und damit gezeigt, dass sie große Projekte stemmen kann. Das gilt auch für das ISEK in Alt Hürth. Diese Vorhaben schaffen Orte der Begegnung und Flächen mit hoher Aufenthaltsqualität. Ich begrüße dieses Engagement und den Mut unseres Bürgermeisters und seines Teams. In meiner politischen Zeit habe ich die Lebensader Lux unterstützt, weil sie Hürth stärkt und den Wunsch vieler Menschen nach mehr Grün und Orten zum Verweilen in unserer Stadt aufnimmt.

Blick auf Chancen und Risiken

Gleichzeitig bleibt die Frage, wie wir den Erhalt der neuen Mitte in Hürth Hermülheim später finanzieren und die Flächen pflegen. Fördermittel helfen beim Bau, doch die Folgekosten trägt die Stadt. Ein Kommentar zu meinem ersten Beitrag hat das treffend formuliert: „Fördermittel helfen beim Bau – die Folgekosten bleiben aber über viele Jahre bei der Stadt bzw. letztlich bei uns.“ Diese Sorge teile ich. In einigen Ortsteilen sieht man heute schon, wie schwer die Pflege von Grünflächen oder die Sauberkeit an manchen Stellen fällt. Die Lebensader Lux mit einer angespannten Haushaltslage wird diese Aufgabe größer machen.

Ein weiterer Punkt betrifft die Verteilung der Investitionen. Ein Leser schrieb: „Ich frage mich, ob bei Investitionen dieser Größenordnung nicht auch eine stärkere Verteilung auf alle zwölf Hürther Ortsteile sinnvoll gewesen wäre.“ Das ist eine berechtigte Frage. Große Projekte dürfen nicht dazu führen, dass andere Ortsteile sich abgehängt fühlen. Die Lebensader Lux muss ein Gewinn für ganz Hürth sein, nicht nur für Hermülheim. Ich habe mich in meiner politischen Zeit ebenfalls gefragt, warum es kein ISEK für Gleuel gibt. Ich habe diese Frage gestellt, doch politisch gab es nur Schweigen. Auch das zeigt, wie wichtig eine ausgewogene Entwicklung aller Ortsteile bleibt.

Debatte stärkt die Lebensader Lux

Auch die Erreichbarkeit spielt eine Rolle. Ein Kommentar weist darauf hin, dass Menschen entlang der Linie 18 und aus Köln gut angebunden sind, während für andere Ortsteile die Lebensader Lux abends und am Wochenende ungünstig gelegen ist. Das ist ein guter Hinweis. Ein neuer Aufenthaltsraum entfaltet seinen Wert nur, wenn viele Menschen ihn nutzen können und ihn ebenfalls gut erreichen können.

Ein dritter Kommentar kritisierte die Debatte selbst und sprach von „ewigen Nörglern“. Dazu möchte ich klar sagen: Kritik ist kein Nörgeln. Sie ist notwendig, damit Projekte besser werden. Ich freue mich über jede Rückmeldung, auch wenn sie meine Sicht nicht teilt. Nur durch Austausch entsteht Fortschritt.

Die Lebensader Lux, Agora Hürth und das ISEK Alt Hürth verdienen es, gebaut und später gut bewirtschaftet zu werden. Damit Hürth lebenswert bleibt, für alle Menschen in allen Ortsteilen.

Über Saleh Mati

Saleh Mati, geb. 1966 in Köln. Seit 1966 wohnhaft in Hürth. Mitglied im Stadtrat seit 2004 Alle Einträge von Saleh Mati

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