Ein Satz, der Hoffnung weckt und Fragen aufwirft
Bauvoranfrage für das Schwimmbad liegt vor
Seit Jahren liegt das Schwimmbad am Brabanter Platz brach. Das Gebäude verfällt, während die Bürger in Erinnerungen an bessere Zeiten schwelgen. Doch auf dem Erntedankempfang am 08.10.2026 sorgt eine beiläufige Bemerkung für Aufhorchen: Bürgermeister Dirk Breuer verkündet, dass ein genehmigungsfähige Bauvoranfrage vorliegt.
Das einst lebendige Schwimmbad in Alt-Hürth ist seit über einem Jahrzehnt ein trostloser Ort. Wo früher Kinder lachten und Badeduft in der Luft lag, herrschen heute Verfall und Leere. Einbrüche und Vandalismus haben dem denkmalgeschützten Bau schwer zugesetzt. Viele Hürther empfinden Trauer und Wut, wenn sie das einstige Wahrzeichen sehen.
Der Stillstand hat eine lange Vorgeschichte. Vor über 16 Jahren verkaufte die Stadt das Schwimmbad für einen symbolischen Euro. Ein Investor präsentierte Pläne für ein Reha-Zentrum mit Schwimmbad in einem sanierten Gebäude. Die Unterlagen, die die Verwaltung dem Ausschuss für Planung damals vorlegte, weckten Hoffnung. Doch die Pläne blieben Theorie. Der Vertrag der Stadt war offenbar lückenhaft. Die Rückfallklausel griff nicht, und statt einer Rückübertragung folgte eine Zwangsversteigerung im Jahr 2021. Ein neuer Investor erwarb das Gebäude für 651.000 Euro. Die Stadt wollte nur 170.000 Euro zahlen. Der Verkauf zeigte jedoch, dass das Gebäude trotz Verfalls an Wert für beide Bieter gewonnen hatte. Doch auch dieser Investor ließ Jahre verstreichen, ohne etwas zu bewegen.
Eine Nachricht, die Hoffnung schürt und doch Fragen offenlässt
Auf dem Erntedankempfang ließ Bürgermeister Breuer einen Satz fallen, der überraschte: „Es liegt eine genehmigungsfähige Bauvoranfrage vor. “ Eine wichtige Information, doch sie kam ohne Kontext, ohne Details, ohne Perspektive. Beim Bürgerspaziergang durch Hürth-Mitte nutzte ich die Gelegenheit, nachzufragen. Doch Breuer blieb vage und gab keine weiteren Auskünfte.
Ein Projekt, das die Stadt emotional bewegt, wird nur in kleinen Häppchen kommuniziert. Warum diese Zurückhaltung? Die Menschen in Hürth haben über Jahre Geduld bewiesen. Sie haben den Verfall ertragen und die Unsicherheit ausgehalten. Jetzt wächst die Spannung und mit ihr die Erwartungen.
Die Satzung zur Bebauung am Brabanter Platz zeigt, wie sich Verwaltung und Politik den Ort vorstellen: ein Sondergebiet für gesundheitliche und sportliche Zwecke. Die Bauvoranfrage deutet darauf hin, dass Bewegung in das Verfahren kommt. Doch die Informationspolitik der Stadt wirft Fragen auf. Warum wird eine Nachricht, die so viele betrifft, nur beiläufig erwähnt? Warum fehlen klare Erklärungen, ein Zeitplan, konkrete Details? Die Stadt spricht über das Projekt, aber nicht mit den Menschen. Das schafft Unsicherheit und untergräbt Vertrauen. Die Hürther wollen wissen, was aus einem Ort wird, der Teil ihrer Geschichte ist.
Ausblick
Die Bürger warten seit Jahren auf ein Zeichen, jetzt gibt es eines. Ob daraus ein Neubeginn wird, bleibt ungewiss. Wann der Bürgermeister weitere Informationen preisgibt, ist offen. Doch die Chance, ein trauriges Kapitel der Stadtgeschichte versöhnlich zu beenden, scheint greifbar zu sein. Ein Projekt, das seit Jahren Emotionen weckt, braucht klare Worte. Die Menschen in Hürth verdienen Transparenz und Einbindung. Die Informationspolitik des Bürgermeisters muss sich ändern. Es ist Zeit, die Bürger mitzunehmen.