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„Ihr schneidet uns ab“

von Saleh Mati am 9. Juli 2026

Wie die Rondorfer Straße zum Symbol einer verpassten Debatte wurde

Im Viertel rund um die Rondorfer Straße wächst die Sorge. Viele Menschen fühlen sich übergangen, schlecht informiert und im Stich gelassen. Die geplante Verkehrsführung im neuen Gewerbegebiet Nordost löst Fragen aus, doch Politik und Verwaltung schweigen. Ich habe am 14.12.2025 auf unserhuerth.de darüber berichtet. (Bericht vom 14.12.2025 auf unserhuerth) Die Resonanz war gering. Damals überraschte mich die Gleichgültigkeit der Politik.

Ein Viertel fühlt sich abgehängt

Beim Bürgertreff öpp jück am 08.07.2026 meldete sich ein Anwohner zu Wort. Dabei sprach er deutlich und erregt. „Sie schneiden den hinteren Bereich komplett ab.“ Der Satz stand im Raum beim Bürgertreff auf dem Renneberg in Efferen. Viele zeigten Zustimmung. Die Menschen am Ende der Rondorfer Straße fürchten, dass sie nicht mehr direkt zur Luxemburger Straße fahren können. Zudem fühlt sich ein großer Teil der Menschen durch die gesperrte Diagonalschleuse bereits seit längerem im Viertel eingesperrt.

Der Bürger schilderte, wie er erst kurz vor Ende von dem Beteiligungsverfahrens zum Bebauungsplan erfuhr. Somit schrieb er seine Eingabe. Dabei bestätigte die Verwaltung zwar den Eingang seines Anliegens, doch danach blieb es still. Keine Antwort, keine Erklärung. Daher kündigte Bürgermeister Dirk Breuer an, dem nachzugehen. Die Anwohner wandten sich an Ortsvorsteher Thomas Blank. Auch dort trugen sie ihre Sorgen vor. Die Pläne der Stadt erschreckten sie. Der Weg nach Köln würde länger, die Fahrt nach Köln noch mühsamer.

Öffnung der Diagonalschleuse prüfen

Bürgermeister Dirk Breuer schob die Verantwortung für die schlechte Verkehrsanbindung zu Straßen NRW. Dabei wirkte er angespannt und versuchte die sich abzeichnende emotionale Stimmung zu beruhigen und meinte verständnisvoll, „die Ampel fehle“. Straßen NRW blockiere die Ampel, die den Verkehr erleichtern sollte. Die Behörde wolle erst bauen, wenn die Luxemburger Straße vierspurig werde. Doch das neue Planfeststellungsverfahren als Grundlage für den weiteren Bau der Ortsumgehung zieht sich. Weiter fügte unser Stadtoberhupt an, dass einige Eigentümer ihre Grundstücke nicht verkaufen wollen. Die Straße bleibt zweispurig, das Viertel bleibt belastet. Doch den Bürger schien diese Antwort nicht zu beruhigen.

Die Politik schwieg und das ausgerechnet im Ausschuss für Planung

Am 07.10.2025 stand der Bebauungsplan Nr. 313 im Ausschuss für Planung auf der Tagesordnung. Grundlage war die Beschlussvorlage der Verwaltung vom 29.07.2025. Darin heißt es, dass die Stellungnahmen der Öffentlichkeit und Behörden „zur Kenntnis genommen“ werden und die erneute Veröffentlichung beschlossen werden soll.

Damals meldete ich mich als einziger im Ausschuss zu Wort. Ich fragte nach der Dachbegrünung, die laut Vorlage künftig vorgeschrieben ist: „Ich wollte wissen, ob diese teure Bauweise wirklich in jedem Bebauungsplan nötig sei.

Dann fragte ich nach öffentlich gefördertem oder bezahlbarem Wohnen. Mein Parteikollege, der Vorsitzende des Ausschusses Michael Kleofasz (SPD) winkte ab. Er sah keine Möglichkeit und signalisierte, dass er meinen Wunsch durch den Bestand alter Häuser für nicht umsetzbar hielt. Daher fragte ich, was bei Abriss und Neubau einzelner Häuser geschehe. Keine Antwort. Die CDU raunte in den Raum und gab ihren Unmut zu meiner Frage Ausdruck. Danach versuchte der Vorsitzende hektisch die Diskussion zu beenden.

Zum Schluss fragte ich nach der Verkehrsführung. Eine Bürgerin hatte dieselbe Frage bei den Stellungnahmen zum Bebauungsplan eingereicht. In der Abwägung heißt es, dass die Entscheidung „letztlich dem politischen Beschluss“ unterliegt. Doch im Ausschuss erklärte die Verwaltung, dass die Entscheidung erst mit dem Erschließungsplan falle. Das widerspricht der Antwort an die Bürgerin. Die Politik hätte ein Signal senden können. Doch CDU, SPD, Grüne und FDP schwiegen. Der Vorsitzende leitete direkt zur Abstimmung über. Einheitlich stimmten im letzten Jahr CDU, SPD, Grüne und FDP für den vorgelegten Plan der Verwaltung.

Ein Viertel wartet auf Antworten

Die Menschen im Viertel brauchen Klarheit. Sie brauchen eine Entscheidung zur Rondorfer Straße. Sie brauchen eine Lösung für die Diagonalschleuse. Sie brauchen Wege für Feuerwehr und Rettungskräfte. Und sie brauchen Parteien, die zuhören.

Die SPD verweigerte die Debatte zu bezahlbarem Wohnraum. Gemeinsam verweigerten CDU, SPD, Grüne und FDP die Diskussion zur Verkehrsführung. Die Verwaltung sprach widersprüchlich. Die Bürger blieben allein.

Über Saleh Mati

Saleh Mati, geb. 1966 in Köln. Seit 1966 wohnhaft in Hürth. Mitglied im Stadtrat seit 2004 Alle Einträge von Saleh Mati

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