Ein neuer Mittelpunkt für Hermülheim
Verwaltung informiert beim Bürgertreff über Agora und Verkehrsperspektiven
Beim Bürgertreffen am Mittwoch in Hermülheim auf dem Otto-Räcke-Platz erläuterte Bürgermeister Dirk Breuer wichtige Entwicklungen für die Zukunft des Ortsteils. Gleich zu Beginn des Rundgangs ging es um die Agora Hürth und den Otto Räcke Platz.
Die Stadt Hürth arbeitet bereits seit Jahren mit dem Umbau des alten Kreishauses an einem der größten Projekte in Hermülheim. Neben der Lebensader Lux entsteht mit der Agora ein neuer Bildungs und Begegnungsort, der das Viertel spürbar verändern wird. Beim Bürgertreffen sprachen Verwaltung und Bürgerinnen und Bürger über den aktuellen Stand und über die nächsten Schritte. Die Atmosphäre war offen, interessiert und geprägt von reger Teilnahme der Menschen.
Ein Ortsteil im Wandel
Die Agora Hürth entsteht auf einem Gelände, das Breuer selbst mit „Schrottimmobilie“ umschreibt. Auf dem Areal des alten Kreishauses plant die Verwaltung einen lebendigen Mittelpunkt. Dabei verbinden sich Stadtbücherei, Musikschule, VHS, Gastronomie, Freiflächen zu Räumen für Begegnungen. Das Nutzungskonzept beschreibt die Agora als „sozialen Mittelpunkt für die Stadtgesellschaft“ und betont Orte zum Verweilen, attraktive Freiflächen und eine offene, konsumfreie Umgebung.
Gleichzeitig habe ich selbst als Mitglied des Stadtrates erlebt, wie die Stadt sich in langen und schwierigen Verhandlungen den Zugang zu den nötigen Immobilien sicherte. Zuletzt kam das ehemalige Polizeigebäude hinzu. Hier war die Verwaltung ausdauernd und beharrlich. Anschließend wollte ein Bürger wissen, ob alle Gebäude abgerissen werden. Breuer erklärte, dass ein Teil weichen müsse, während andere Gebäude saniert würden. Dabei spiele Asbest eine Rolle, was die Kosten bereits jetzt steigen lasse.
Auch der Otto-Räcke-Platz soll mehr Leben bekommen. Der neue Wochenmarkt gilt als erster Schritt. Die Betreiberin des Café Goldig, Corinna Hauenstein, und Ortsvorsteher Hans‑Josef Lang brachten ihn gemeinsam mit der Verwaltung auf den Weg.
Stadtbücherei, Klima und Verkehr: Bürger fragen nach
Die Stadtbücherei soll in die Agora umziehen. Eine Bürgerin meinte, dass im Gebäude öfters laut sei. Breuer nahm den Hinweis auf, blieb aber vorsichtig bei Zusagen. Wichtiger seien zunächst, kühlere Räume. Auf den Rathausdächern sollen Solarpaneele Strom für die Klimaanlage in der neuen Bücherei liefern. Breuer formulierte es mit einem kleinen Scherz: „Wenn es jemandem in der Wohnung zu heiß wird, dann kann er zukünftig in die Stadtbücherei gehen.“
Beim Thema Verkehr wurde es ernster. Breuer bestätigte: „Die erste Stadtbahn der Linie 19 fährt 2033.“ Ein Verkehrsgutachten sei beauftragt. Gleichzeitig betonte er: „Der Straßenraum ist begrenzt, neue Straßen können nicht gebaut werden, daher ist die Straßenbahn die einzige Alternative.“
Ausblick: Viele Projekte, die Hermülheim prägen
Die Agora Hürth ist ein teilweise gefördertes Projekt des Landes NRW und bietet die Chance, Hermülheim neu zu denken. Die Verwaltung zeigt viel Engagement, und die Bürgerinnen und Bürger bringen sich aktiv ein. Die Hoffnung bleibt, dass die späteren Kosten für den Unterhalt der großen Flächen realistisch kalkuliert und finanzierbar sind. Wenn Agora und Otto Räcke Platz zusammenwachsen und die Lebensader Lux Gestalt annimmt, kann Hermülheim deutlich an Attraktivität und Lebensqualität gewinnen. Dabei darf sich die Verwaltung auf die Schulter klopfen für die geleistete Arbeit.