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E Scooter: Freiheit für die einen, Gefahr für die anderen

von Saleh Mati am 28. September 2026

Bürgerinnen und Bürger diskutieren beim Spaziergang mit Dirk Breuer

Gleich zu Beginn des Bürgerspaziergangs mit Bürgermeister Dirk Breuer in Hermülheim entsteht eine emotionale Diskussion über E Scooter. Noch bevor die Gruppe losgeht, meldet sich eine Bürgerin zu Wort. Dabei sagt sie, die vielen E Scooter auf Radwegen und Gehwegen verunsichern sie. Dazu berichtet sie von gefährlichen Situationen, die sie in letzter Zeit erlebt hat. Ihre Worte scheinen einen Nerv zu treffen, denn sofort entsteht eine lebhafte Diskussion.

Viele Teilnehmende richten ihre Kritik vor allem auf Jugendliche. Sie erzählen von schnellen Fahrten zu Schulbeginn und Schulende, von E‑Scootern auf Gehwegen und von Jugendlichen, die zu zweit auf einem Roller stehen. Zudem sagt ein Teilnehmer, er habe Jugendliche zurechtgewiesen und sei danach beleidigt worden. Die Stimmung wird schärfer, die Vorwürfe konzentrieren sich zunehmend auf junge Fahrerinnen und Fahrer.

Breuer hört zu und entgegnet, die Verwaltung sei bereits mit den Schulen im Austausch. Die Schulen berichten von laufenden Programmen und üben mit den Jugendlichen das Verhalten im Verkehr. Trotzdem gehen die Diskussion und die Vorwürfe gegen Jugendliche weiter. Dann greift eine Bürgerin ein. Sie sagt, nicht nur Jugendliche fahren rücksichtslos, auch Erwachsene tun das. Das Problem liege nicht allein bei Jugendlichen.

Unfallzahlen steigen deutlich

Die Zahlen bestätigen die Wahrnehmung der Bürgerinnen und Bürger. Laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) gab es im Jahr 2025 in Deutschland rund 16.500 E Scooter Unfälle mit Personenschaden. Das sind 38,1 Prozent mehr als im Jahr 2024. Die Zahlen zeigen auch, dass immer mehr Schülerinnen und Schüler E Scooter für den Schulweg nutzen. Für 2024 meldet die DGUV 2.140 Schulwegunfälle mit E Scootern. (Quelle: https://www.dguv.de/de/mediencenter/pm/pluspunkt_escooter.jsp?utm_source=copilot.com) Der WDR meldet in NRW stiegen die Unfallzahlen 2025 um 50 Prozent, darunter 566 junge Fahrerinnen und Fahrer, ein Plus von 72 Prozent. (Quelle: https://www1.wdr.de/nrw/e-scooter-unfaelle-jugendliche-sicherheit-100.amp?utm_source=copilot.com) Diese Daten zeigen, wie angespannt die Lage auf den Radwegen ist.

Auch die rechtliche Lage spielt eine Rolle. Bußgelder für Handybenutzung gelten auch für E Scooter Fahrer, ebenso die Alkoholgrenzen. Ab 2027 gelten E Scooter rechtlich als Fahrräder.

Einordnung und Ausblick

Die Diskussion beim Spaziergang zeigt, wie stark das Thema die Menschen bewegt. Ältere Menschen fahren häufig mit dem Fahrrad und brauchen sichere Radwege. Jugendliche nutzen die neue Mobilität intensiv und sind gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer. Dabei sollten Vorurteile, wie „die Jugendlichen“ oder die „älteren Verkehrsteilnehmer“ vermieden werden. Die Schulen arbeiten daran, die Verkehrserziehung zu stärken. Doch die Regeln kommen vom Bund, das Land setzt sie um und Hürth kann nur begrenzt Einfluss nehmen.

Über Saleh Mati

Saleh Mati, geb. 1966 in Köln. Seit 1966 wohnhaft in Hürth. Mitglied im Stadtrat seit 2004 Alle Einträge von Saleh Mati

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