Efferen ordnet den Verkehr neu

von Saleh Mati am 26. Oktober 2026

Die Politik hat beschlossen, die Linienführung des Stadtbusses unverändert zu lassen. Weniger Durchgangsverkehr und mehr Sicherheit stehen im Fokus. Doch nicht alle Maßnahmen überzeugen die Anwohner. Werden die teuren Verkehrsgutachten die erhofften Verbesserungen bringen?

Nach jahrelangen Diskussionen steht fest, wie der Verkehr künftig durch Efferen fließen soll. CDU, SPD, Grüne, AfD und Linke stimmten einstimmig für die von den Planern empfohlene Variante. Die FDP blieb der Sitzung fern. Ziel ist es, den Durchgangsverkehr aus den Wohnstraßen zu verbannen. Dazu soll die Efferener Straße intensiver genutzt werden. Laut Planungsbüro erhöht dies die Verkehrssicherheit, während wichtige Verbindungen im Stadtteil erhalten bleiben.

Im Zentrum der Planung stehen die Bachstraße und die Krankenhausstraße. Nach Berechnungen der Verkehrsplaner soll die Krankenhausstraße künftig statt 7.400 nur noch rund 2.000 Fahrzeuge täglich aufnehmen. Auch die Bachstraße soll weniger als Schleichweg dienen.

Einbahnstraßen waren ein großes Thema. Dennoch bleibt die Bachstraße in beide Richtungen befahrbar, damit der Stadtbus von Hürth kommend weiterhin von der Ortsumgehung nach rechts auf die Bachstraße abbiegen kann. Andere Maßnahmen sollen verhindern, dass Autofahrer die Straße als Abkürzung nutzen. Das Gutachten ist auf der Website der Stadt Hürth einsehbar. (www.huerth.de)

Für Überraschung sorgte das gegenseitige Lob der Fraktionen. Die monatelangen Beratungen fanden in einem nichtöffentlichen Steuerungskreis statt, an dem Bürger nicht teilnehmen konnten. Dennoch betonten die politischen Vertreter, dass sie unterschiedliche Interessen zusammengeführt und einen tragfähigen Kompromiss gefunden hätten.

Rüdiger Winkler (CDU) hob hervor, dass die Busverbindung erhalten bleibt. Besonders ältere Menschen entlang der Berrenrather Straße seien auf den Stadtbus angewiesen. Die unveränderte Linienführung mache dies möglich. Zudem sollen die Maßnahmen zunächst in einem einjährigen Verkehrsversuch getestet werden.

Mehr Sicherheit, weniger Parkplätze

Neben dem Verkehrskonzept für Efferen beschäftigte sich die Politik mit einem Verkehrsversuch rund um die Grundschule im Wiesengrund. Nun sollen viele der getesteten Maßnahmen dauerhaft bleiben. Verwaltung und Politik begründen dies mit einer höheren Sicherheit für die Schulkinder.

Zahlreiche Bürgerhinweise flossen in die Planung ein, doch nicht alle Wünsche wurden berücksichtigt. Verwaltung und Politik bewerteten die Sicherheit der Kinder höher als die Kritik am Wegfall von Parkplätzen.

Genau hier liegt der Streitpunkt vieler Anwohner. In der Beseler Straße sollen ebenfalls Parkplätze entfallen, damit Fahrzeuge sicher aneinander vorbeifahren können. Viele Anwohner kritisieren den erneuten Verlust von Stellplätzen. Besonders Menschen, die auf ihr Auto angewiesen sind, fürchten zusätzliche Probleme bei der Parkplatzsuche.

Neben dem Parkplatzmangel sorgt eine weitere Frage für Unmut: Erschweren die neuen Einbahnstraßen und geänderten Fahrbeziehungen die Fahrt nach Hause? Wer heute einen direkten Weg hat, muss künftig womöglich Umwege in Kauf nehmen.

Michael Kleofasz (SPD) betonte die Notwendigkeit, den Durchgangsverkehr zu reduzieren. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass viele der heutigen Probleme auf frühere verkehrspolitische Entscheidungen zurückgehen und sich nicht allein durch neue Planungen lösen lassen.

Ob das Verkehrskonzept die erhoffte Entlastung bringt oder neue Probleme schafft, wird der Verkehrsversuch zeigen. In einem Jahr beschäftigt sich die Politik wieder mit dem Thema. Sicher ist: Die Diskussion über Sicherheit, Parkraum und Erreichbarkeit wird in Efferen weitergehen.

Über Saleh Mati

Saleh Mati, geb. 1966 in Köln. Seit 1966 wohnhaft in Hürth. Mitglied im Stadtrat seit 2004 Alle Einträge von Saleh Mati

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