Ein Bürger spricht über die Gefahren durch die Horbeller Straße
Dirk Breuer rechnet mit einer Aufnahme in den nächsten Lärmaktionsplan
Auf dem Bürgerspaziergang am 23. September in Hermülheim kam ein Thema hoch, das vielen Menschen Sorgen macht. Der zunehmende Verkehr auf der Horbeller Straße und das viel zu lange wegsehen von Politik und Verwaltung.
Der entscheidende Stopp an der Kreuzung Horbeller Straße / Krankenhausstraße
Als die Gruppe die Kreuzung Horbeller Straße und Krankenhausstraße erreichte, trat ein Bürger vor. Dabei schilderte er, wie belastend der Verkehr auf der Horbeller Straße ist. Die vielen LKWs und Autos erzeugen Lärm und schaffen gefährliche Situationen auf der Straße, besonders für Kinder auf ihrem Weg zur Schule. Zudem müssen Rettungsfahrzeuge die Horbeller Straße nutzen, um schnell zu ihrem Einsatzort zu gelangen. Der dichte Verkehr bremst die Rettungsfahrzeuge aus und kostet die Helfer wertvolle Zeit.
Das Anliegen des Bürgers bestätigte meinen jahrelangen politischen Einsatz in Ausschüssen und im Stadtrat für mehr Sicherheit auf der Straße. Seit Jahren beschweren sich die Menschen entlang der Horbeller Straße über den zunehmenden Verkehr. Bereits im August 2023 stellte ich als SPD-Mitglied einen Antrag, der eine Entlastung der Straße forderte. Darin heißt es: „Der (SPD) OV Hürth fordert, dass der Stadtteil Hürth Hermülheim, insbesondere die Horbeller Straße vom Verkehr entlastet wird.“
Damals stimmten die Mitglieder zu. Darüber hinaus sicherten die anwesenden Fraktionsmitglieder zu, das Thema in ihre politische Arbeit mitzunehmen. Doch im Ausschuss für Planung erlebte ich das Gegenteil. Oft stand ich allein, wenn es darum ging, den Verkehr auf der Horbeller Straße zu beruhigen. Meinen Vorschlag, die Straße zukünftig im Lärmaktionsplan zu berücksichtigen, unterstützen meine Kollegen im Ausschuss nicht. Das war ernüchternd und traurig.
Dirk Breuer scheint Handeln zu wollen
Während des Wahlkampfes zur Kommunalwahl griff die SPD den Verkehr in Hürth erneut auf. Vermutlich löste der schwere und tragische Unfall auf der Frechener Straße dieses Engagement aus. Nun hoffte ich, dass auch die Horbeller Straße in meiner Partei auf der politischen Agenda landet. Doch wieder blieb es still. Keine Rückmeldung, keine Initiative.
Im Oktober 2025 schied ich aus dem Stadtrat aus. Zuletzt schrieb ich den Parteivorsitzenden vor den Sommerferien an. Zugleich ist der Parteivorsitzende Sprecher der SPD im Ausschuss für Planung. Ich erinnerte ihn an den Antrag aus dem Jahr 2023 und die Ängste der Menschen im Viertel. Weiter bat ich, das Thema nun zügig anzugehen. Nach zwei E-Mails kam erneut keine Antwort.
Umso überraschender war es, dass der Bürgermeister sich bei der von dem Bürger geschilderten Situation auf der Horbeller Straße an meinen politischen Einsatz erinnerte. Seine Reaktion auf dem Bürgerspaziergang zu dem Thema war verständnisvoll, aufmerksam und konstruktiv. Er signalisierte, dass die Verwaltung das Thema angehen werde. Breuer meinte, dass die Horbeller Straße in Hermülheim wohl Teil des nächsten Hürther Lärmaktionplans sei.
Ich sprach ihn auf eine hierfür eventuell notwendige Verkehrszählung an. Er sagte, dass Zahlen vorliegen, schien aber prüfen zu wollen, ob sie aktuell ausreichen. Das war das erste Mal seit Jahren, dass ich das Gefühl hatte, dass sich hier etwas bewegt. Zum ersten Mal seit Jahren sehe ich eine Chance, die Straße zu entlasten. Gleichzeitig meinte Dirk Breuer, dass es für den ersten sichtbaren Erfolg Zeit benötige.
LKW-Fahrverbot
Der Bürger, der das Thema ansprach, schlug ein LKW-Fahrverbot vor. Die Verwaltung will prüfen, ob dies möglich ist. Dabei muss bedacht werden, dass die Horbeller Straße eine Kreisstraße ist. Der Rhein-Erft-Kreis ist zuständig. Doch die Stadt kann ihre Anliegen vortragen. Zudem hat die städtische Verwaltung einen besseren Draht zur Kreisverwaltung als viele Bürger.
Für den Lärmaktionsplan, der alle fünf Jahre fortgeschrieben wird, ist die Stadt mit dem Land NRW verantwortlich. Hier könnte ein wichtiger Hebel liegen, um die Situation zu verbessern. Die Horbeller Straße ist Rettungsweg für Feuerwehr und Krankenhaus. Schulkinder queren sie täglich. Zudem ist zu befürchten, falls der Verkehr in Efferen weiter herausgedrängt wird, dass sich die Autos andere Wege suchen, wie beispielsweise auf der Horbeller Straße.
Fazit und Ausblick
Der Bürgerspaziergang zeigte, dass das Thema in der Verwaltung angekommen ist. Es betrifft viele Menschen in Hermülheim. Dass der Bürgermeister offen reagierte und konkrete Prüfungen ankündigte, ist ein wichtiges Signal.
Nun liegt eine Chance vor uns: Bürgerinnen und Bürger sprachen das Thema an, die Verwaltung zeigt Bereitschaft zu handeln, und der nächste Lärmaktionsplan könnte ein Wendepunkt werden.
Hermülheim braucht Entlastung. Und es braucht eine Politik, die zuhört und handelt.